Ul. Szkolna 2

Dieses Eckhaus an der Westseite des Marktes ist im Oktober 2015 renoviert worden. Sein Haupteingang befindet sich an der Ulica Szkolna.

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Es wurde im späten 18. Jahrhundert errichtet. Zuvor stand hier ein gotisches Gebäude aus dem 13./14. Jahrhundert, dessen Keller sich erhalten hat. 1862 ist die Fassade neu gestaltet worden. Geringfügige Umbaumaßnahmen sind in den Jahren 1870, 1914 und 1928 erfolgt.

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Quelle: http://www.icimss.edu.pl/custodes/index.php?option=com_content&task=view&id=193&Itemid=42

Rynek 3

AdlerKleinDieses Gebäude an der Südseite des Markts mit der Adresse „Rynek 3” ist vor kurzem renoviert worden.

Sein Kern ist in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Ziegelsteinen auf älteren Fundamenten gemauert worden, die aus dem 13./14. Jahrhundert, teilweise auch aus dem 17. Jahrhundert, stammen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist das Haus um ein Geschoss aufgestockt sowie eine Fassadenachse erweitert worden.

Sein derzeitiges Aussehen verdankt das Gebäude im Wesentlichen einem Umbau im Jahr 1906.

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Zu dieser Zeit, als die Stadt noch zu Preußen gehörte, befand sich in ihm das „Hotel zum schwarzen Adler“. 1914 lautete die Adresse des Hotels „Markt 4“. Gegründet wurde es wahrscheinlich um das Jahr 1837. Im Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Marienwerder für das Jahr 1837 findet man nämlich auf Seite 528 folgenden Vermerk:

Johann Schmidt in Culm am Markt der Wache gegenüber, empfiehlt allen respektablen Reisenden und Herrschaften bestens seinen neu errichteten Gasthof „zum Schwarzen Adler“ unter Versicherung billiger, rascher und freundlicher Bedienung.

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Eine gute Ansicht des Hotels im frühen 20. Jahrhundert ist in dem Buch „Chełmno auf alten Postkarten“ (online verfügbar unter http://kpbc.umk.pl/dlibra/doccontent?id=25503: Seite 191) abgebildet.

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Quelle:

Inwentarz zabytków województwa kujawsko-pomorskiego, Chełmno – kamienica, Rynek 3 [online: http://www.icimss.edu.pl/custodes/index.php?option=com_content&task=view&id=156&Itemid=42]

Postkartensammlung der Website moje-chelmno.pl

Archäologische Ausgrabungen am Lorenzberg (Kałdus)

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 23.01.2005; um Fotos ergänzt am 02.11.2015]

Seit einigen Jahren rückt Culm (poln. Chełmno) wegen einer südwestlich der Stadt beim nahe gelegenen Dorf Kałdus entdeckten Siedlung aus dem frühen Mittelalter immer mehr ins Blickfeld der Historiker. Die Existenz eines Siedlungsbereichs am dortigen Lorenzberg (poln. Góra Św. Wawrzyńca) war schon seit über 120 Jahren bekannt, jedoch kommen erst heute Archäologen der Universität Toruń (Thorn) unter der Leitung von Prof. Dr. Wojciech Chudziak, die seit 1996 den rund 15 ha großen Bereich nach und nach untersuchen, zu Erkenntnissen, die von vielen als sensationell bezeichnet werden. Diese Siedlung, die als Vorgänger der heutigen Stadt Chełmno gilt, war wahrscheinlich eines der wichtigsten Verwaltungs- und Wirtschaftszentren des jungen polnischen Staats zur Zeit der Piasten. Die Piasten waren ein Herrschergeschlecht, das dem westslawischen Stamm der Polanen entstammte. Unter ihrer Führung gewann etwa ab dem Jahr 960 im Raum Gnieźno (Gnesen) / Poznań (Posen) ein Herzogtum an Bedeutung, das 966 nach der Taufe Mieszkos I. (ca. 935 – 992) in einem zunehmenden Spannungsverhältnis zu benachbarten heidnischen Stämmen stand. Mieszko I. gelang es durch die Annahme des römisch-katholischen Glaubens seine politische Stellung zu festigen und unter anderem durch Kreuzzüge sein Herrschaftsgebiet in nördliche Richtung auszudehnen.

Blick auf den Lorenzberg - Aufnahme vom 31. Oktober 2015

Blick auf den Lorenzberg – Aufnahme vom 31. Oktober 2015

Durch die jüngst bei Kałdus durchgeführten Ausgrabungen wurden Hinweise auf die Christianisierungsbemühungen im Bereich der späteren Stadt Chełmno während dieser Epoche sichtbar. An der Stelle einer vormals großen heidnischen Siedlung, die durch ihre Lage an wichtigen Verkehrswegen eine große Bedeutung für den Handel hatte, begann man nämlich in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts eine frühromanische Basilika zu errichten. Nach der Freilegung der bis zu einem Meter hohen, steinernen Grundmauern dieser nie vollendeten Kirche mit einer Länge von ca. 37 m und einer Breite von rund 17 m konnte man feststellen, dass diese von Größe und Anlage her mit den Kathedralen in Poznań und Gnieźno vergleichbar war. Prof. Chudziak schließt nicht aus, dass dieses Gotteshaus der Einrichtung eines Bistums dienen sollte. Mit Sicherheit sollte sie eine wesentliche Rolle bei der Christianisierung dieses Landstrichs spielen. Durch einen Einfall der heidnischen Pruzzen, die sich in den dreißiger Jahren des 11. Jahrhunderts gegen die christlichen Herrscher erhoben, zu einem nicht genau feststehenden Zeitpunkt auch die Siedlung bei Kaldus brandschatzten und dieses Gebiet bis zum 13. Jahrhundert kontrollierten, wurde ein Weiterbau der Kirche jedoch verhindert.

Einen weiteren Hinweis auf die herausragende Rolle des frühmittelalterlichen Chełmno spielt ein großflächiger Friedhof mit über 1500 Gräbern, die auf eine zahlreiche Einwohnerschaft unterschiedlicher Herkunft schließen lassen. Die Archäologen der Universität Toruń entdeckten unter anderem fünf Grabkammern, deren Konstruktion und Ausstattung davon zeugen, dass in ihnen Skandinavier beigesetzt worden sind. Prof. Chudziak geht davon aus, dass sich die Wikinger im Weichselgebiet zunächst vor allem als Händler betätigten und im Laufe der Entwicklung des Piastenstaates auch im Weichselgebiet ihre Dienste als Krieger anboten oder sogar Verwaltungsfunktionen übernahmen. In der Siedlung bei Kałdus lebte zur Piastenzeit eine größere Gruppe von Personen skandinavischer Herkunft als Nachbarn der einheimischen Slawen.

Polnischsprachige Hinweistafeln mit Informationen über die Ausgrabungsarbeiten - Aufnahme vom 31. Oktober 2015

Polnischsprachige Hinweistafeln mit Informationen über die Ausgrabungsarbeiten –
Aufnahme vom 31. Oktober 2015

Bereits heute gilt als erwiesen, dass hier, in Sichtweite der heutigen Stadt Chełmno, im 11. und 12. Jahrhundert eine der größten befestigten Siedlungen an der unteren Weichsel lag, deren Einwohnerzahl erst sank, als 1233 südwestlich in geringer Entfernung die Gründung der Stadt Chełmno durch den Deutschen Orden im Bereich des heutigen Dorfes Starogród erfolgte. Am Lorenzberg verblieb ein Potterberg genannter Wachposten, der die junge Stadt sichern sollte. Für die Zeit vom 14. bis 17. Jahrhundert finden sich keine archäologischen Spuren mehr. Ende des 16. Jahrhunderts entstand eine Holzkapelle, zu der Pilgerfahrten unternommen wurden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verfiel die Kapelle jedoch und wurde abgerissen.

Die Universität Toruń will die Ausgrabungsarbeiten, die unter anderem vom Versicherungsunternehmen Allianz finanziert werden, noch über viele Jahre fortführen. Es gibt Pläne, am Lorenzberg ein Freilichtmuseum einzurichten, um diese historische Stätte zu sichern und die Ergebnisse der Forschungen der Öffentlichkeit besser präsentieren zu können. Aus finanziellen Gründen hat dieses Projekt jedoch noch keine konkreten Formen angenommen.

Quellen:

  • Góra z tajemnicą, Czas Chełmna, 11.07.2003
  • Jesteśmy potomkami wikingów, Gazeta Wyborcza-Toruń 18.06.2004
  • Pod Świętym Wawrzyńcem, Biuletyn Komitetu Badań Naukowych “Sprawy Nauki”, Wydanie 2004/5 (21.05.2004)

Wissenschaftliche Literatur zum Thema – Reihe Mons Sancti Laurentii:

  • Chudziak, Wojciech, Wczesnośrednio- wieczna przestrzeń sakralna in Culmine na Pomorzu Nadwiślańskim, ISBN 83-231-1648-2, 198 Seiten, 2003
  • Chudziak, Wojciech (Red.), Wczesno- średniowieczny zespół osadniczy w Kałdusie. Studia przyrodniczo-archeologiczne, ISBN 83-231-1751-9, 315 Seiten, 2004

Weitere Fachliteratur über Kałdus:

  • Chudziak, Wojciech: Wikingerzeitliche Spuren des skandinavischen Brauchtums in Kałdus (Ostpommern) in: Archäologisches Korrespondenzblatt 33 (2003), 145-156
  • Chudziak, Wojciech: Wczesnośredniowieczne groby komorowe z Kałdusa pod Chełmnem na Pomorzu Wschodnim [Frühmittelalterliche Kammergräber aus Kaldus bei Chelmno in Ostpommern] in: Slavia Antiqua 42 (2001), 63-96, dt. Zusammenf.
  • Chudziak, Wojciech: Pierwsza katedra biskupów kujawsko-pomorskich. O badaniach archeologicznych w Kałdusie pod Chełmnem [Die erste Kathedrale der kujawisch-pommerellischen Bischöfe. Über archäologische Forschungen in Kaldus bei Chelmno] in: Pomerania. Miesięcznik Społeczno-Kulturalny 10/1998, 18-22
  • Chudziak, Wojciech: The early Romanesque building from Kałdus, voivodeship of Toruń – chronology and function, in: Quaestiones Medii Aevi Novae 4 (1999), 197-209
  • Chudziak, Wojciech: Badania wczesnośredniowiecznego zespołu osadniczego w Kałdusie, woj. toruńskie (1997 rok) [Forschungen zum frühmittelalterlichen Siedlungskomplex in Kaldus, Wojewodschaft Torun (1997)], in: Studia z Archeologii, Historii i Geografii Historycznej / Red. Jerzy Olczak. Toruń 1997 (Archaeologia Historica Polona; 6), 291-292.
  • Chudziak, Wojciech: Die Kirche im Burgwall von Kałdus bei Kulm (Chełmno), in: Europas Mitte um 1000, Bd. 1: Beiträge zur Geschichte, Kunst und Archäologie 1. Stuttgart 2000, 511-514.

 

Klamry – Gedenkstätte für NS-Verbrechen

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 begann kein gewöhnlicher Krieg. Es ging dem Aggressor nicht nur um die Durchsetzung von Gebietsansprüchen oder die militärische Niederringung des Gegners. Vielmehr sollte ein ganzer Staat von der Landkarte verschwinden, so wie es bis zur Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit am Ende des Ersten Weltkriegs über ein Jahrhundert lang der Fall gewesen war. Nach Vorstellung der Nationalsozialisten sollten so rasch wie möglich unumkehrbare Fakten geschaffen werden. Dazu gehörte es, die polnische Führungsschicht im wahrsten Sinne des Wortes zu beseitigen, also alle diejenigen Polen, die sich in unterschiedlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Funktionen während der Teilungszeit für die Unabhängigkeit ihrer Nation eingesetzt und ab 1918 am Aufbau und der Festigung des Bestands des jungen polnischen Staates beteiligt hatten. Diese potenziellen Widerstandskämpfer sollten gezielt gefangen genommen und getötet werden.

Gedenkstätte im Wald bei Klamry am 17.10.2015

Gedenkstätte im Wald bei Klamry am 17.10.2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So folgten den in Polen einrückenden deutschen Armeen der Wehrmacht Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD. Auch in dem von den Besatzern schon bald Reichsgau Danzig-Westpreußen genannten Teil Polens begannen sie, auf der Grundlage der nationalsozialistischen, rassistisch geprägten Weltanschauung die jüdische Bevölkerung, psychisch Kranke und Behinderte sowie einen erheblichen Teil der polnischen Elite zu ermorden. Zur Führungsschicht zählten die deutschen Besatzer unter anderem Priester, Lehrer, Beamte, Offiziere, Ärzte, Juristen, Großkaufleute, Handwerker und Gutsbesitzer, aber auch andere Personen, die sich in patriotisch ausgerichteten Organisationen betätigt hatten. Man schätzt, dass zehntausende Polen diesem auch „Intelligenz-Aktion“ genannten organisierten Massenmord zum Opfer fielen.

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An der „Intelligenz-Aktion“ waren nicht nur aus dem Reich stammende Deutsche als Angehörige des SS- und Polizeiapparats oder der Wehrmacht beteiligt, sondern auch viele Einheimische, nämlich „waffenfähige volksdeutsche Männer“ im Alter von 17 bis 45 Jahren, die sich dem Mitte September 1939 gegründeten „Volksdeutschen Selbstschutz“ angeschlossen hatten. Die Autoren einer detaillierten Studie über diesen von Angehörigen der deutschen Minderheit in Polen gebildeten paramilitärischen Verband, der direkt der SS unterstellt war, haben seine Funktion zusammenfassend so beschrieben:

„Seine Aufgabe bestand offiziell darin, Volksdeutsche zu rekrutieren und zu organisieren, die später in SS und Polizei übernommen werden sollten, deutschen Besitz zu bewachen sowie polizeiliche Hilfsdienste bei SS- und Gestapo-„Aktionen“ zu leisten. Vielerorts verselbständigte sich die Miliz aber zu einer Organisation, in der deutschstämmige Polen als Rache für angebliche oder tatsächliche frühere Diskriminierungen, aus Rassenwahn oder auch nur aus purer Mordlust Verbrechen verübten. Darüber hinaus setzten die SS-Führer, Chefs der Zivilverwaltung und andere Instanzen der nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft Selbstschutz-Angehörige als orts- und personenkundige Helfer und Denunzianten und als Mitglieder von Exekutionskommandos im Rahmen der Ausrottungsaktion gegen die polnische Intelligenz und die Juden ein.“

[aus: Christian Jansen / Arno Weckbecker, Der „Volksdeutsche Selbstschutz in Polen 1939/40, München 1992, S. 8]

Einen Überblick über die Ereignisse im Raum Kulm an der Weichsel, wie die Stadt Chełmno nad Wisłą unter deutscher Besatzung von 1939 bis 1945 hieß, finden Sie im 1997 verfassten Artikel Die nationalsozialistische Okkupation Kulms 1939-1945.

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Die Fotos in diesem Beitrag zeigen die Gedenkstätte an der Stelle im Wald zwischen den Ortschaften Klamry (dt. Klammer) und Rybieniec (dt. Ribenz), an der im Herbst 1939, insbesondere in der Zeit vom 12. Oktober bis zum 11. November, von Deutschen begangene Massenhinrichtungen stattgefunden haben (Lage bei Google Maps).

Die Opfer stammten überwiegend aus der Region. Die zuvor Inhaftierten wurden mit Kraftfahrzeugen und Bussen unter der Bewachung von Mitgliedern des „Volksdeutschen Selbstschutzes“ in den rund sechs Kilometer östlich von Chełmno liegenden Wald gefahren und mit Maschinengewehren erschossen. An den Exekutionen sollen 20 Mitglieder des „Volksdeutschen Selbstschutzes“ sowie Angehörige von SS, Gestapo und Polizei beteiligt gewesen sein. Es gab drei Sammelgräber mit einer Länge von etwa sieben Metern, in denen die Opfer verscharrt wurden. Näheres ist nicht bekannt, denn im August und September 1944 wurden die Leichen von den Deutschen im Rahmen einer zweiwöchigen Aktion exhumiert und verbrannt, um Spuren zu verwischen. Zudem waren die Befehlswege innerhalb des „Volksdeutschen Selbstschutzes“ so gestaltet, dass keine schriftlichen Aufzeichnungen erstellt wurden. Eventuell vorhandene Dokumente wurden darüber hinaus später vernichtet. Es gibt daher keine bekannten Primärquellen über die Taten. Unter anderem aus diesem Grund ist die genaue Zahl der Opfer nicht feststellbar. In der Literatur ist von etwa 2000 Menschen die Rede, die im Wald bei Klamry ermordet worden sind. Laut der Inschrift auf dem Gedenkstein waren es sogar über 2500 Personen. Identifiziert werden konnte jedoch nur ein Bruchteil.

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In jüngster Zeit hat die für die staatsanwaltschaftliche Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Polen zuständige Stelle des Instituts für Nationales Gedenken die im Wald bei Klamry begangenen Straftaten noch einmal untersucht und am 3. März 2014 die Ergebnisse ihrer Ermittlungen veröffentlicht. Man habe die Personalien von 87 getöteten Polen feststellen können. Die Historikerin Anna Soborska-Zielińska (Chełmińskie pomniki i tablice pamiątkowe, Chełmno 2001, S. 80-84) hat die Namen von 161 Opfern ermittelt.

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Grabmal für Nikodem Bardzki (1822 – 1863)

Das Grabmal für Nikodem Bardzki (1822 – 1863) gehört zu den ältesten, die auf dem katholischen Friedhof in Chełmno erhalten geblieben sind. Der Grabstein ist vom Steinmetz Herman Neuenford aus Bydgoszcz (Bromberg) angefertigt worden.

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Eine Inschrift auf dem Grabstein besagt:

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Hier ruhen die sterblichen Überreste des seligen
Nikodem Bardzki
geboren am 1. September 1822, verstorben am 24. Oktober 1863
Um ein Gebet [für ihn] bitten die hinterbliebene Gattin
und die dankbaren Kinder.

 

In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wohnte Nikodem Bardzki mit seiner Familie in Chełmno, und zwar in einem Haus am Markt. Er hat aktiv den Januaraufstand 1863 unterstützt.

bardzkiGazetaWarszawskaTodestagVielleicht wird aus diesem Grund in verschiedenen Quellen der 24. Januar 1863 als sein Todestag genannt. Dass er aber tatsächlich, wie auf dem Grabstein vermerkt, am 24. Oktober verstorben ist, belegt ein knapper Vermerk in der Gazeta Warszawska („Warschauer Zeitung“) vom 29. Oktober 1863.

Der Januaraufstand, eine gegen die russische Teilungsmacht gerichtete polnische Erhebung in von dieser beherrschten Gebieten, war im Übrigen nicht auf den Monat Januar des Jahres 1863 beschränkt, sondern dauerte bis zu seiner Niederschlagung über ein Jahr an.

Quellen:

Anna Grzeszna-Kozikowska, Pomnik Powstańca Styczniowiego Nikodema Bardzkiego, online: http://www.fluidi.pl/o,2768/Pomnik_Powstanca_Styczniowiego_Nikodema_Bardzkiego

Rada Ochrony Pamięci Walk i Męczeństwa (Ogólnopolska Komputerowa Baza Cmentarzy Wojennych), Chełmno – mogiła powstańca styczniowego z 1863 r. Nikodema Bardzkiego, online: http://groby.radaopwim.gov.pl/grob/12519/

Gazeta Warszawska 1863, Nr. 247, online: http://fbc.pionier.net.pl/id/oai:ebuw.uw.edu.pl:80563