Königliches Kadettenhaus zu Culm

Gebäude des einstigen preußisch-königlichen Kadettenhauses in Culm / Chelmno - 6. Dezember 2008
Das königliche Kadettenhaus zu Culm bildete von 1776 bis zu seiner Verlegung nach Köslin (Koszalin) im Jahr 1890 eine wichtige preußische Institution in der Stadt. Seine Kaserne (gegenwärtige Adresse ul. 22 Stycznia 16), in der sich heute Wohnungen befinden, ist im Sommer 2008 von außen umfassend saniert worden. Die Fotos sind am 6. Dezember 2008 entstanden.

22 Stycznia 16 - Bis 1890 Kaserne des Kadettenhauses in Culm / Chelmno - Foto vom 6. Dezember 2008

Kunsthonig Weramel aus Unisław

Anzeige des Unternehmens Dr. W. A. Henatsch aus Unisław im Landkreis Chełmno (Culm) für den Kunsthonig WERAMELMit dieser Anzeige in der Tageszeitung Słowo Pomorskie vom 16. Januar 1929 bewirbt das Unternehmen Dr. W. A. Henatsch aus Unisław im Landkreis Chełmno (Culm), das zu dieser Zeit bereits für seinen Kunsthonig „Unamel“ bekannt war, ein neues Produkt mit der Bezeichnung „Weramel“. „Kunsthonig wie Honigbutter“ lautet der Werbeslogan für diese neue Marke.

Wie die Zeitung in einem redaktionellen Beitrag lobt, ist es der Firma Henatsch nach langer Entwicklung gelungen, den neuen Kunsthonig „Weramel“ ausschließlich aus inländischen Rohstoffen herzustellen.

Friseursalon Epding am Markt (1913-1945)

1912 erwarb der Friseurmeister Alwin Epding am Culmer Markt das Haus Nr. 20, das heute die Hausnummer 15 trägt, und eröffnete dort einen Friseursalon, der nach seinem Tode im Jahr 1943 von seiner Tochter Irma Reiter, geb. Epding, übernommen und bis zur Flucht der Familie vor der Roten Armee im Januar 1945 fortgeführt wurde. Das folgende Bild zeigt Irma Reiter im Kreise ihrer Angestellten vor dem Schaufenster des Friseursalons. Ein Vergleich mit einem aktuellen Foto zeigt, dass sich das Gebäude im sichtbaren Bereich kaum verändert hat.

Friseursalon Epding 1943

2006 unternahm die Enkelin Alwin Epdings, Frau Gudrun Poncet, geb. Reiter, eine Reise aus Westdeutschland in ihre Geburtsstadt Culm, das heutige Chełmno, um in den Straßen der Altstadt, in denen sie noch als fünfjähriges Mädchen gespielt hatte, eine ganz persönliche Spurensuche zu unternehmen.

Frau Poncet hat mir neben dem Foto aus dem Jahr 1943 eine Reihe von Angaben über ihre Familie übermittelt, die mehr als drei Jahrzehnte lang in Culm ansässig war.

Haus Markt (Rynek) 15 im Februar 2008Der erste Inhaber des Friseursalons Alwin Epding wurde 1885 in Klein Trebis (poln. Trzebczyk) geboren. Dieser Ort liegt rund 13 km südlich von Culm. 1912 heiratete er die drei Jahre ältere Martha Piepke aus Klein Czyste (ab 1908 amtliche Bezeichnung Reinau, poln. Małe Czyste), einem Dorf 8 km südöstlich von Culm, deren Eltern einen Bauernhof besaßen und die erwirtschafteten Produkte unter anderem auf dem Wochenmarkt in der Kreisstadt anboten.

Im selben Jahr erwarb das frisch vermählte Ehepaar das bereits erwähnte Haus am Markt, in dem der über einen Meistertitel verfügende Alwin Epding 1913 einen Friseursalon eröffnete.

Zu dieser Zeit hat sich im Gebäude wahrscheinlich auch eine Gaststätte befunden, denn in einem Bauplan aus dem Jahr 1912 sind im Erdgeschoss rechts der Eingang zu einer Schankstube, ein Vereinszimmer sowie weitere Räumlichkeiten eingezeichnet. Auf der linken Seite des Erdgeschosses befanden sich hingegen der Eingang zum Flur und zum Friseurladen sowie zur im 1. und 2. Stock gelegenen Wohnung. Der Friseurladen wurde später erweitert und in einen Herren- und Damensalon umgewandelt.

Friseursalon Epding 19431913 wurde das erste Kind des Ehepaars Epding geboren, nämlich Irma. Ihr Bruder Heinz Ernst kam 1925 ebenfalls in Culm zur Welt. Er fiel als 20-jähriger Soldat in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs.

Irma Epding heiratete 1936 den aus dem rund 70 km westlich von Culm gelegenen Ort Mrotschen (poln. Mrocza) im Kreis Wirsitz (Wyrzysk) stammenden Herbert Reiter (geb. 22.03.1911), der in Culm als Bankbeamter arbeitete, spätestens seit 1943 als Marineoffizier Kriegsdienst leistete und 1945 ums Leben kam. Irma und Herbert Reiter wohnten in der Bischofsstraße 7 II (ul. Biskupia), unweit vom Friseursalon entfernt, den Irma nach dem Tode ihres Vaters als ausgebildete Friseuse 1943 übernahm. Neben der 1939 geborenen Gudrun hatte das Ehepaar Reiter noch die Tochter Gisela sowie den Sohn Klaus Dieter, die beide in jungen Jahren verstarben.

[Die Erstveröffentlichung dieses Beitrags erfolgte am 24. März 2008]

Unia Landmaschinenfabrik 1922

Unia Zjednoczone Fabryki Maszyn Tow. Akc. - Chełmno 1922Eine gebrauchte, sich aber in einem vollkommen guten Zustand befindende Dampfdreschmaschine des Herstellers Garrett & Sons bot am 1. Juli 1922 in der Tageszeitung Słowo Pomorskie die Landmaschinen herstellende und in dieser Zeit offensichtlich auch mit ihnen handelnde Unia Vereinigte Maschinenfabriken AG (Unia Zjednoczone Fabryki Maszyn Tow. Akc.) aus Chełmno, das Nachfolgeunternehmen der seit 1864 bis zum Ende der preußischen Ära an der Bahnhofsstraße (ul. Dworcowa) tätigen Gießerei und Metallwarenfabrik Rudolf Peters, zum Preis von 900.000 Mark zum Kauf an.