Gedenkstein auf evangelischem Friedhof

Am 5. August 1995 wurde auf dem Gelände des ehemaligen evangelischen Friedhofs ein Gedenkstein enthüllt, der folgende Aufschrift in deutscher und polnischer Sprache trägt:

ZUM GEDENKEN AN DIE HIER SEIT GENERATIONEN RUHENDEN DER EVANGELISCHEN GEMEINDE
RUHET IN GOTT
KULM AUGUST 1995

Unterhalb des Gedenksteins befindet sich eine Steinplatte mit der ebenfalls zweisprachigen Inschrift:

EHEMALIGE EINWOHNER DER STADT KULM UND DES KULMER LANDES

Gedenkstein evangelische Gemeinde Culm an der Weichsel 28.09.2008Die Enthüllung des nach einem Entwurf von Horand Henatsch und Jerzy Kałdowski angefertigten Gedenksteins wurde von einem umfangreichen Programm begleitet, an dem Vertreter der Stadt Culm (Chełmno), der niedersächsischen Partnerstadt Hann. Münden sowie ehemalige deutsche Einwohner von Culm teilnahmen. Zunächst fand ein ökumenischer Gottesdienst in der Dominikanerkirche (Peter- und Paulskirche) statt. Danach erfolgte die offizielle Begrüßung der Gäste im Rathaus durch den Culmer Bürgermeister Piotr Mittelstaedt. Das Wort ergriffen ebenfalls Horand Henatsch als Vertreter der ehemaligen deutschen Bewohner Culms sowie Armin Hoffarth, der Bürgermeister von Hann. Münden.
Lage des evangelischen und jüdischen Friedhofs in Culm (Chelmno) laut Katasterplan 1861-1903Jerzy Kałdowski berichtete über die Geschichte des evangelischen Friedhofs in Culm.
Dieser wurde östlich der Altstadt 1785 auf einer von König Friedrich II. gestifteten Fläche angelegt und während seiner 160 Jahre dauernden Nutzung mehrfach in Richtung Süden erweitert. In seiner Spätphase reichte er von der ul. Dworcowa bis zur al. 3 Maja und nahm ab 1904 auch die Fläche des heutigen Spielplatzes zwischen al. 3 Maja und Stadtmauer ein. Über dem Haupttor zum Friedhof an der ul. Dworcowa befand sich die Inschrift „Eingang zur Ruhe“. Bestattungen fanden bis 1945 statt. Danach verwilderte der Friedhof. Im Zeitraum 1947-1950 wurde der Entschluss gefasst, den Friedhof vollkommen zu beseitigen. Die Gräbsteine wurden entfernt, die Friedhofsmauer an der Westseite sowie an der ul. Dworcowa abgebrochen. 1951 wurde schließlich ein Park angelegt, für den sich nach der Aufstellung des Rydygier-Denkmals in seinem Nordteil allgemein die Bezeichnung Rydygier-Park einbürgerte.

Quellen:

  • Czacharowski, Antoni (Hrsg.), Atlas historyczny miast polskich, Tom I, Prusy Królewskie i Warmia, Zeszyt 3 Chełmno [Historischer Atlas polnischer Städte, Band I, Königliches Preußen und Hochstift Ermland, Heft 3 Kulm], Toruń 1999
  • Soborska-Zielińska, Anna: Chełmińskie pomniki i tablice pamiątkowe, Chełmno 2001, S. 194 ff. (Kamień upamiętniający dawny cmentarz ewangelicki)
  • Soborska-Zielińska, Anna: Parki i ogrody Chełmna, Chełmno 1999, S. 23 (Park Rydygiera)

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 28.09.2008]