Mikwe

Die Zerstörungswut der nationalsozialistischen Besatzer, die dafür sorgten, dass sowohl die Synagoge als auch der Friedhof der jüdischen Gemeinde vollkommen aus dem Stadtbild verschwanden, überdauert hat dieses 1865 errichtete Haus an der ul. Dominikańska 7 (Foto vom 06.12.2008), in dessen Kellerräumen die Mikwe, also das rituelle Tauchbad der jüdischen Gemeinde Culms, untergebracht war. Es gab ein Wasserbecken sowie Umkleideräume für Frauen und Männer.

Am 27. April 1919 verkaufte die jüdische Gemeinde, vertreten von Moritz Simon, Adolph Simon und Heinrich Gelhar, das Grundstück zum Preis von 23000 Mark dem Schuster Teodor Bednarski und dessen Ehefrau Stanisława. Zu einer Veräußerung des Gebäudes entschloss man sich wahrscheinlich deshalb, weil viele Gemeindemitglieder im Vorfeld der Eingliederung der Stadt in den jungen polnischen Staat nach Deutschland zogen und die laufende Unterhaltung zu teuer wurde.

Quelle:

Anna Soborska-Zielińska, Z dziejów gminy żydowskiej w Chełmnie (From the history of Jewish community in Chełmno), Chełmno 2007, S. 15

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 09.12.2008]