Der Maler Antoni Piotrowicz wurde am 17. Januar 1869 in Chelmno (dt. Culm oder Kulm) geboren. Durch den Besuch des Königlichen Katholischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt sowie eine Lehre im Atelier seines Vaters Jan Piotrowicz, eines Malers und Vergolders, erwarb er sowohl eine allgemeine als auch grundlegende fachliche Ausbildung, die er durch dreijährige Studien in Deutschland und Italien vertiefte. Er galt als schillernde Persönlichkeit, engagierte sich in verschiedenen Organisationen und wurde 1895 Mitbegründer des Turnvereins "Falke".
Um die Jahrhundertwende erwarb Piotrowicz ein Haus an der Graudenzer Straße (heute ul. Grudziadzka 21), in dem er ein Atelier einrichtete. An einem Balkon des Gebäudes brachte er ein seinen Kopf darstellendes Relief und an einem anderen seine geschmiedeten Initialen an. Später zog der Künstler in die ul. Koœciuszki um, wo er bis zu einem Lebensende arbeitete. In diesem Haus, dessen Fassade im Sommer 2004 grundlegend renoviert worden ist, wurde 1986 eine Gedenktafel angebracht. Antoni Piotrowicz verstarb am 22. Juli 1923 in Chelmno und wurde hier auf dem Friedhof im Familiengrab beigesetzt.
Mit seinen Portraits verewigte Piotrowicz viele Einwohner der Stadt. Diese Auftragsarbeiten sind bis heute in vielen Haushalten der Stadt erhalten geblieben. Er befasste sich aber auch mit religiösen und patriotischen Themen sowie der Landschafts- und Naturmalerei. Seine Werke befinden sich unter anderem im Museum des Kulmer Landes in Chelmno, in Museen in Torun/Thorn, Bydgoszcz/Bromberg sowie in Kirchen in Chelmno, Lubawa, Byslaw, Sliwice, Tczew/Dirschau und Krotoszyn. |