Ruhestätte Witt

Auf dem katholischen Friedhof südwestlich der Altstadt befinden sich eine Reihe von gebäudeartigen Grabmälern, die an der Böschung unterhalb der Stadtmauer eng nebeneinander errichtet worden sind. Eine dieser Grabstätten aus dem Jahr 1906 trägt die noch gut sichtbare Inschrift Ruhestätte der Familie Witt in deutscher Sprache. Leider weiß ich nicht, ob dies Ausdruck einer Anpassung an die damalige Amtssprache ist oder ob es sich um eine deutsche Familie katholischen Glaubens gehandelt hat.

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[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 10.12.2007]

Antoni Piotrowicz

Der Maler Antoni Piotrowicz wurde am 17. Januar 1869 in Culm an der Weichsel geboren. Durch den Besuch des Königlichen Katholischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt sowie eine Lehre im Atelier seines Vaters Jan Piotrowicz, eines Malers und Vergolders, erwarb er sowohl eine allgemeine als auch grundlegende fachliche Ausbildung, die er durch dreijährige Studien in Deutschland und Italien vertiefte. Er galt als schillernde Persönlichkeit, engagierte sich in verschiedenen Organisationen und wurde 1895 Mitbegründer des Turnvereins „Falke“.

Antoni Piotrowicz - Wohnhaus und Atelier Ecke ul. Kosciuszki / ul. Mlynska mit GedenktafelUm die Jahrhundertwende erwarb Piotrowicz ein Haus an der Graudenzer Straße (heute ul. Grudziądzka 21), in dem er ein Atelier einrichtete. An einem Balkon des Gebäudes brachte er ein seinen Kopf darstellendes Relief und an einem anderen seine geschmiedeten Initialen an. Später zog der Künstler in die ul. Kościuszki um, wo er bis zu seinem Lebensende arbeitete (siehe Foto). In diesem Haus, dessen Fassade im Sommer 2004 grundlegend renoviert worden ist, wurde 1986 eine Gedenktafel (siehe Foto) angebracht. Antoni Piotrowicz verstarb am 22. Juli 1923 in Chełmno und wurde hier auf dem Friedhof im Familiengrab beigesetzt.

Gedenktafel für Antoni Piotrowicz am Wohnhaus und Atelier Ecke ul. Kosciuszki / ul. MlynskaMit seinen Portraits verewigte Piotrowicz viele Einwohner der Stadt. Diese Auftragsarbeiten sind bis heute in vielen Haushalten der Stadt erhalten geblieben. Er befasste sich aber auch mit religiösen und patriotischen Themen sowie der Landschafts- und Naturmalerei. Seine Werke befinden sich unter anderem im Museum des Culmer Landes in Chełmno, in Museen in Toruń/Thorn, Bydgoszcz/Bromberg sowie in Kirchen in Chełmno, Lubawa, Bysław, Śliwice, Tczew/Dirschau und Krotoszyn.

Quelle: Grzeszna-Kozikowska, Anna, Antoni Piotrowicz (1869 – 1923), in: Czas Chelmna 5.12.2003

Grab Antoni Piotrowicz in Culm
[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 30.11.2004]