Tadeusz-Kościuszko-Gymnasium

Westfassade des Tadeusz-Kościuszko-Gymnasiums an der ul. Kościuszki in Culm im Jahr 2008

Das Foto zeigt einen Teil der Westfassade des Tadeusz-Kościuszko-Gymnasiums an der ul. Kościuszki in Culm (Gimnazjum nr 2 im. Tadeusza Kościuszki w Chełmnie).

In Polen bezeichnet man seit der Schulreform 1999 als Gymnasium eine die Klassenstufen 7 bis 9 umfassende Schule, die sich direkt an die sechsjährige Grundschule anschließt und von allen Schülerinnen und Schülern besucht wird. Danach (ab der 10. Klasse) kann man seine schulische Ausbildung entweder an einer Berufsschule oder einem Lyzeum, das durch die Möglichkeit, das Abitur (Matura) abzulegen, einem Gymnasium in Deutschland ähnelt, fortsetzen.

Vor der Schulreform befand sich in diesem Gebäude die Grundschule Nr. 3, die 1978 nach dem polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko benannt wurde.
Das Baujahr des Gebäudes ist mir leider nicht bekannt. Zur preußischen Zeit war es Sitz der städtischen Realschule und in den Zwischenkriegsjahren einer weiterführenden Schule für Mädchen. Während der nationalsozialistischen Besatzung der Stadt von 1939-1945 war hier die Hermann-Löns-Oberschule untergebracht.

2008 wurde der Schulhof an der ul. Krótka neu gestaltet. Unter anderem ist ein kleiner Sportplatz mit Kunstrasenbelag angelegt worden.

Schulhof des Tadeusz-Kościuszko-Gymnasiums in Culm / Chelmno im Jahr 2008

Unmittelbar neben der Schule steht das 2003 gebaute städtische Hallenbad. Sein Schwimmbecken hat eine Länge von 25 m und eine Breite von 12,5 m. Die Wassertiefe beträgt 1,20 – 1,80 m. Da es sich um das einzige Schwimmbad im Landkreis handelt, wird es wird von Schulen und Vereinen intensiv genutzt.

Tadeusz-Kościuszko-Gymnasium und Hallenbad in Chełmno / Culm - 10. Juni 2008

Blick auf das Tadeusz-Kościuszko-Gymnasiums mit Sporthalle und Hallenbad aus südwestlicher Richtung.

Quellen:

  • Tablica Pamiętkowa z okazji nadania imienia Tadeusza Kościuszki szkole podstawowej nr 3 w Chełmnie, in: Anna Soborska-Zielińska, Chełmińskie pomniki i tablice pamiętkowe, Chełmno 2001, S. 120
  • Chełmno na starej pocztówce / auf alten Postkarten, Chełmno 2000, S. 170 ff

Antoni Piotrowicz

Der Maler Antoni Piotrowicz wurde am 17. Januar 1869 in Culm an der Weichsel geboren. Durch den Besuch des Königlichen Katholischen Gymnasiums in seiner Heimatstadt sowie eine Lehre im Atelier seines Vaters Jan Piotrowicz, eines Malers und Vergolders, erwarb er sowohl eine allgemeine als auch grundlegende fachliche Ausbildung, die er durch dreijährige Studien in Deutschland und Italien vertiefte. Er galt als schillernde Persönlichkeit, engagierte sich in verschiedenen Organisationen und wurde 1895 Mitbegründer des Turnvereins „Falke“.

Antoni Piotrowicz - Wohnhaus und Atelier Ecke ul. Kosciuszki / ul. Mlynska mit GedenktafelUm die Jahrhundertwende erwarb Piotrowicz ein Haus an der Graudenzer Straße (heute ul. Grudziądzka 21), in dem er ein Atelier einrichtete. An einem Balkon des Gebäudes brachte er ein seinen Kopf darstellendes Relief und an einem anderen seine geschmiedeten Initialen an. Später zog der Künstler in die ul. Kościuszki um, wo er bis zu seinem Lebensende arbeitete (siehe Foto). In diesem Haus, dessen Fassade im Sommer 2004 grundlegend renoviert worden ist, wurde 1986 eine Gedenktafel (siehe Foto) angebracht. Antoni Piotrowicz verstarb am 22. Juli 1923 in Chełmno und wurde hier auf dem Friedhof im Familiengrab beigesetzt.

Gedenktafel für Antoni Piotrowicz am Wohnhaus und Atelier Ecke ul. Kosciuszki / ul. MlynskaMit seinen Portraits verewigte Piotrowicz viele Einwohner der Stadt. Diese Auftragsarbeiten sind bis heute in vielen Haushalten der Stadt erhalten geblieben. Er befasste sich aber auch mit religiösen und patriotischen Themen sowie der Landschafts- und Naturmalerei. Seine Werke befinden sich unter anderem im Museum des Culmer Landes in Chełmno, in Museen in Toruń/Thorn, Bydgoszcz/Bromberg sowie in Kirchen in Chełmno, Lubawa, Bysław, Śliwice, Tczew/Dirschau und Krotoszyn.

Quelle: Grzeszna-Kozikowska, Anna, Antoni Piotrowicz (1869 – 1923), in: Czas Chelmna 5.12.2003

Grab Antoni Piotrowicz in Culm
[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 30.11.2004]