Ul. Studzienna

Südlichster Abschnitt der ul. Studzienna in Culm / Chelmno - 4. Oktober 2008

Die östlich der Neuen Promenade verlaufende ul. Studzienna ist nur von Norden her aus Richtung ul. Kamionka befahrbar und wird lediglich von den wenigen Anliegern mit dem Auto genutzt. Ansonsten bildet sie einen Fußweg und beliebte Verbindung zwischen der Graudenzer Vorstadt und den nördlich der Altstadt im Tal liegenden Stadtteilen. Bereits der mittlere Abschnitt der ul. Studzienna (Bild unten) weist ein recht starkes Gefälle auf. In Höhe der Gnadenkapelle beginnt eine lange Treppe (Foto oben), die bis zum Platz vor dem Graudenzer Tor führt.

Mittlerer Abschnitt der ul. Studzienna in Culm / Chelmno

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 05.10.2008]

Gnadenkapelle

Gnadenkapelle CulmEinen Ort von besonderer religiöser Bedeutung bildet in Culm eine Kapelle mit Brunnen, die rund 50 m nördlich des Graudenzer Tors gelegen ist. Die Entstehung der rund zwölf Quadratmeter großen Kapelle ist auf eine bereits im 14. Jahrhundert bekannte Legende zurückzuführen, die hier mit den Worten eines deutschsprachigen Autors aus dem Jahr 1927 wiedergegeben werden soll:

In früheren Jahren soll in Culm ein armer Korbflicker gelebt haben, der außer einer stattlichen Kinderschar nichts sein eigen nannte. Das Unglück wollte es, dass eins seiner Kinder blind geboren wurde. Je mehr es heranwuchs, eine desto größere Plage wurde es für den mittellosen Vater, da das Kind nicht in der Lage war, sein Brot zu verdienen. Um sich nur etwas nützlich zu machen, hütete das Kind die Ziege des Korbflechters, die die ärmliche Familie wenigstens mit etwas Milch versorgte. Täglich zog der blinde Junge mit dem Tier aus und ließ es weiden, wo es wollte. So auch eines Tages am Abhange der Promenade. Der Knabe besaß einen großen Wissensdurst. Aber es war keiner da, der ihn unterrichten konnte. Bittere Tränen hatte er schon wegen seines Gebrechens vergossen, das ihn hinderte, die Welt in ihrer Schönheit zu sehen wie die anderen Kinder. Nur was ihm erreichbar war, konnte er durch Betasten sich wahrnehmbar machen. Da kam er auf den Gedanken, die Erde aufzuwühlen, um zu fühlen, wie sie unter der Oberfläche beschaffen sei. Er grub mit seinen Händen ein Loch und spürte mit einem Male, daß die Erde, die er der Höhlung entnahm, immer feuchter wurde, je tiefer er grub. Plötzlich sprang ein klarer Quell daraus hervor und bespülte seine Hände. Er trank von dem hervorsprudelnden Wasser, das ihn köstlich erfrischend dünkte, und bekam auch Lust, sich darin zu waschen. Kaum hatte er sein Gesicht mit dem Wasser benetzt, da sah er die Sonne leuchten, die Blumen blühen und alle Herrlichkeiten der Natur. Vor ihm stand eine schöne Frau im blauen Mantel, mit einer goldenen Krone auf dem Haar, die zu ihm sagte: „Ich bin die Mutter Gottes. Um die Sünden der Welt hat mein Sohn den Martertod erleiden müssen. Täglich erleidet er die Qualen von neuem, da die Menschen, die er erlösen wollte, ihn täglich verleugnen. Nur wenige tragen Schmerzen und Leid in Demut. Diesen Armen soll geholfen werden, wenn sie reinen, gläubigen Herzens von dem Wasser dieser Quelle trinken und ihre kranken Glieder darin baden. Dies sage den anderen. Aber dem Ort, wo die Wasser der Erde entspringen, sollen sie mein Bild errichten und vor ihm mich vertrauensvoll anrufen, dann will ich für sie bitten. – Aber hütet euch, daß mit dem Wasser Missbrauch getrieben wird, nicht um Geld und irdische Schätze darf es feil sein, sonst wird furchtbare Strafe den Frevler treffen.“ Sie erhob die Hand zum Segen und verschwand. Seit der Zeit steht das Bild, und alljährlich im Juli wird das Erscheinen der Gottesmutter im Ablaßfeste gefeiert, zu dem tausend und abertausend Pilger zur Gnadenquelle strömen.

Quelle: Ernst Löns, Hermann Löns‘ Jugendzeit, Minden 1927, S. 44/45

Im Dezember 1939 wurde die Kapelle von den Nationalsozialisten zerstört und die Quelle zugeschüttet. Ihr Wiederaufbau erfolgte 1948.

Gnadenkapelle am 28. September 2008:
Gnadenkapelle in Culm an der Weichsel 28.09.2008 - www.chelmno.info


Gnadenkapelle in Culm an der Weichsel 28.09.2008 - www.chelmno.info


Gnadenkapelle in Culm an der Weichsel 28.09.2008 - www.chelmno.info


Bildquelle für historische Aufnahme: moje-chelmno.pl, Sammlung P. Wolder; zeitgenössische Fotos: A. Prause

Alte Promenade

Parkanlage Alte Promenade in Culm / Chelmno - 6. Dezember 2008Etwas abseits liegend [Standort bei Google Maps], wird von den meisten Touristen der älteste Park in Culm, die 1825 unter dem preußischen Bürgermeister Halmhuber angelegte Alte Promenade, kaum beachtet. Sie befindet sich nördlich der Altstadt und erstreckt sich auf einer Fläche von 3,64 ha von der ul. Wodna (Wasserstraße) bis zur ul. Rybacka (Fischerstraße). In den ersten Jahren, als die Bäume noch klein waren, konnte man von hier aus sicherlich einen schönen Ausblick auf die unten im Tal liegende Fischerei (Rybaki), den ältesten Stadtteil Culms, und weiter auf die Weichsel genießen. Gegenwärtig kann man nur während der blätterlosen Zeit des Jahres etwas von der ursprünglichen Aussicht erahnen.

Parkanlage Alte Promenade in Culm / Chelmno - 6. Dezember 20081880 wurde die Stadtmauer zwischen der ul. Rynkowa (Marktstraße) und der ul. Rybacka abgebrochen, um Platz für neue Baugrundstücke entlang der Alten Promenade zu schaffen. Davor entstand, um die Zufahrt zu den neu entstehenden Häusern zu ermöglichen, die schmale Straße An der Promenade (ul. Stare Planty).

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts musste der alte Baumbestand gefällt und der Park vollkommen neu gestaltet werden. Die meisten Arbeiten wurden zur Amtszeit von Bürgermeister Stanisław Zawacki durchgeführt.

Quelle:
Anna Soborska-Zielińska, Parki i ogrody Chełmna, Chełmno 1999, S. 13 (Abschnitt „Stary Planty“)

[Die Fotos entstanden am 6. Dezember 2008. Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 19.12.2008]

Stelen in Neuer Promenade – Geschenke von Arnold Ruhemann und Wolfgang Geiger

In der Neuen Promenade (poln. Nowe Planty), der sich in der Nähe des Graudenzer Tores an der Wehrmauer erstreckenden Parkanlage, befinden sich auf der Fläche nördlich des Springbrunnens zwei kunstvoll gefertigte Stelen, die 1893 von zwei seinerzeit prominenten Einwohnern der Stadt Culm gestiftet worden sind. Von der Schenkung zeugen Inschriften in deutscher Sprache, die sich jeweils am Sockel jeder Stele befinden. Diese Dekorationselemente erkennt man bereits auf alten Postkarten der Neuen Promenade.

Stele in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno - Inschrift Geschenk des A. Ruhemann

Die eine Stele trägt die noch gut erkennbare Inschrift Geschenk des A. Ruhemann. Gestiftet wurde sie vom Bankier Arnold Ruhemann, der in einer Familie jüdischer Herkunft am 20. November 1836 in Culm geboren wurde. Bereits sein Vater Wolff war als Kaufmann in Culm ansässig und betrieb einen Baustoff- und Saatguthandel.

Seit dem 13.09. 1847 besuchte Arnold Ruhemann das Königlich Katholische Gymnasium in seiner Heimatstadt. Sein Name ist aber nicht im Verzeichnis der Abiturienten dieser Schule aufgeführt. In der Ausgabe der in dieser Zeit dreimal wöchentlich erscheinenden Zeitung Nadwiślanin vom 13. April 1866 findet man eine Anzeige Arnold W. Ruhemanns. Er gibt seine Verlobung mit Fräulein Henryeta Lehmann aus Stargard bekannt. Der Bankier gehörte viele Jahre lang der Stadtverordnetenversammlung an und übte auch das Amt ihres Vorsitzenden aus. 28 Jahre lang war er Mitglied der St. Trinitatis-Schützengilde. Er verstarb am 25. Mai 1895 im Alter von 58 Jahren in Culm und wurde auf dem örtlichen jüdischen Friedhof beigesetzt, der später während der NS-Zeit vollständig zerstört worden ist.

Stele in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno, gestiftet von Arnold Ruhemann

Die andere Stele ist ein Geschenk des Brauereidirektors Wolfgang Geiger. Davon zeugt die noch gut leserliche Inschrift Geschenk des W. Geiger. Er stammte aus dem Raum Landshut in Bayern und arbeitete dort für eine kleine Brauerei. Danach ging er anderthalb Jahre lang auf Wanderschaft und stieß schließlich in Culm auf seinen bayerischen Landsmann Aloys Höcherl sen., der seit 1859 als Braumeister für den Rittergutsbesitzer Ruperti in der Gutsbrauerei im wenigen Kilometer von Culm entfernten Grubno tätig war. 1874 machte Höcherl sich selbständig und kaufte mit seiner Frau eine stillgelegte kleine Brauerei in der Stadt Culm, die sich als Höcherlbrauerei über die Jahrzehnte zu einem bedeutenden Bierproduzenten entwickelte.

Stele in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno - Inschrift Geschenk des W. Geiger

Aloys Höcherl sen. stellte Wolfgang Geiger als erste Hilfskraft in seiner eigenen Brauerei an der Bischofsstraße (ul. Biskupia) an. Bereits 1884 verstarb der Brauereibesitzer im Alter von nur 54 Jahren. Zu dieser Zeit hatte die Höcherlbrauerei bereits eine erhebliche regionale Bedeutung erlangt und war für ihre Biere mehrfach ausgezeichnet worden. Dank der 1883 fertig gestellten Schienenstrecke nach Kornatowo und den Anschluss der Stadt an die Weichselstädtebahn wurde die Voraussetzung für eine Ausweitung des Absatzgebiets der Brauerei geschaffen. Die Höcherlbrauerei konnte so ihre Biere beispielsweise auf Ausstellungen in Danzig (Gdańsk), Königsberg (Kaliningrad), Köln und Paris präsentieren.

Stele in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno, gestiftet von Wolfgang Geiger

Nach dem Tode des Brauereigründers übernahm zunächst seine zehn Jahre jüngere Frau Anna die Geschäftsführung und verstand es, den Umsatz durch geschickte Werbung weiter zu steigern. Langfristig sollte ihr Sohn Aloys Höcherl jun. die Leitung des Betriebs übernehmen. Wenige Jahre nach dem Tod ihres Mannes heiratete Anna Höcherl ein zweites Mal, und zwar den mittlerweile zum Braumeister und technischen Leiter der Brauerei aufgestiegenen Wolfgang Geiger. Er verhalf gemeinsam mit seiner Gattin Anna Höcherl-Geiger, die weiterhin für die kaufmännische Leitung zuständig war, der Brauerei zu einem kräftigen Wachstum. Nachdem Aloys Höcherl jun. sich entschieden hatte, das elterliche Unternehmen nicht übernehmen zu wollen, wandelte die Familie die Brauerei 1896 in eine Aktiengesellschaft um. 1897 wurde der Betrieb für 3,4 Mio. Mark an das Dresdner Bankhaus Arnhold verkauft. Kaufmännischer Direktor wurde Gustav Sauter. Wolfgang Geiger wurde zum technischen Direktor ernannt. Aloys Höcherl jun. und Franz Höcherl, die Söhne des Firmengründers, die mittlerweile in Danzig-Oliva wohnten, wurden in den Aufsichtsrat berufen. Anna Höcherl-Geiger zog sich aus dem Geschäftsleben zurück. Sie verstarb 1902.

Todesanzeige Wolfgang Geiger

Über Wolfgang Geiger liegen mir für die weiteren Jahre leider keine näheren Informationen vor. Nach der Eingliederung Culms in den neu erstandenen polnischen Staat im Jahr 1920 wurde die Höcherlbrauerei als Aktiengesellschaft unter der Bezeichnung Browary Chełmińskie Tow. Akc. weitergeführt. Die beiden Söhne des Firmengründers, nämlich Franz und Aloys jun., gehörten zunächst weiterhin dem Aufsichtsrat an. Wolfgang Geiger hat wahrscheinlich die ganzen Jahre über in Culm gelebt. Am 24. Januar 1925 erschien in der polnischen Tageszeitung Słowo Pomorskie eine Todesanzeige mit folgendem Wortlaut:

Nach langem Leiden verstarb, mit den heiligen Sakramenten versehen, am 20. Januar 1920 der langjährige Direktor unserer Brauerei Wolfgang Geiger im Alter von 77 Jahren. Die Beerdigung findet in Chełmno (Culm) am Freitag, den 23. Januar 1925, um 2.30 Uhr nachmittags statt.
Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!
Browary Chełmińskie Tow. Akc. Chełmno
Aufsichtsrat – Direktion – Mitarbeiter

Am 29. Januar 1925 würdigt dieselbe Tageszeitung in einer kurzen Meldung mit folgenden Worten den Verstorbenen:

Die Stadt verliert einen loyalen Bürger und die örtlichen Armen einen freigiebigen Wohltäter. Die Philanthropie der Familie Geiger ist im ganzen Culmer Land bekannt. Der aus Bayern stammende Wolfgang Geiger kam vor etwa 20 Jahren nach Culm, wo er sich niederließ und eine Polin heiratete. Das prächtige Begräbnis, mit dem er gewürdigt wurde, zeugt davon, dass er viele Freunde nicht nur unter seinen Landsleuten, sondern auch unter der örtlichen polnischen Bevölkerung hatte.

Betrachtet man diesen kurzen Artikel, scheint es möglich zu sein, dass Wolfgang Geiger nach dem Tode von Anna Höcherl-Geiger erneut geheiratet hatte.

Stelen in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno
Anordnung der Stelen in der Neuen Promenade – Foto vom 31. Mai 2008


Quellen:

  • Anna Soborska-Zielińska, Z dziejów gminy żydowskiej w Chelmnie (From the history of Jewish community in Chełmno), Chełmno 2007, S. 21 f, 114
  • Joseph Funcke, Die Höcherlbrauerei in Culm a. d. Weichsel, in: Westpreußen-Jahrbuch, Band 33, Münster 1983, S. 147-155

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 09.06.2008]

Neue Promenade

Die Neue Promenade (poln. Nowe Planty) genannte Parkanlage entstand in den Jahren 1834-1835 während der Amtszeit von Bürgermeister Lauterbach nördlich des Graudenzer Tores an der Stelle eines Grabens, der der Stadtmauer vorgelagert war und mit ihr in früheren Zeiten ein Verteidigungssystem bildete. Eine besondere Zierde bildete eine noch während der Amtszeit Lauterbachs, der bis 1848 an der Spitze der Stadtverwaltung stand, geschaffene Laube in Form eines griechischen Tempels mit acht Säulen.

Neue Promenade in Culm an der Weichsel - September 2005

Der 5,8 ha große Park erstreckt sich bis zur ul. Wodna und umfasst auch die Steilhänge an der Gnadenkapelle in Richtung ul. Kamionka. Mit der Pflege der Neuen Promenade befasste sich ursprünglich der anlässlich der Schaffung des Parks gegründete Verschönerungs-Verein, dem 1837 bereits 41 Mitglieder angehörten. Er war viele Jahrzehnte lang tätig und zählte 1864 125 Mitglieder. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, nämlich 1890, engagierten sich 146 Personen im Verschönerungs-Verein Culm. Während der Zwischenkriegszeit übernahm Dr. Rediger, der Direktor des Mädchengymnasiums, die Betreuung der Neuen Promenade. Er entwarf unter anderem eine Sonnenuhr aus Blumen. Seit Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts widmet die Stadtverwaltung der Parkanlage besondere Aufmerksamkeit und überrascht jedes Jahr Einwohner und Gäste mit völlig neu gestalteten Blumenteppichen.
Der Park besitzt drei Hauptwege. Der östlichste führt neben dem Grab des unbekannten Soldaten über eine lange Treppe in eine talförmige Senke, in der sich die Gnadenkapelle befindet.

Die beiden anderen Hauptwege fassen eine gärtnerisch schön gestaltete Grünfläche ein. Gleich unterhalb des Graudenzer Tors befand sich seit 1880 ein Springbrunnen, der bis 1990 erhalten blieb. Im August 2005 konnte dank einer Spende von Romuald Hejna ein neuer Springbrunnen (weitere Ausführung nach vollständiger Beschädigung im Jahr 008), der dem historischen Vorbild nachempfunden ist, geschaffen werden.

Nördlich des Springbrunnens stehen zwei kunstvoll gefertigte Stelen, die 1893 von zwei seinerzeit prominenten Einwohnern der Stadt Culm, nämlich Arnold Ruhemann und Wolfgang Geiger, gestiftet worden sind.

Der westlichste Hauptweg des Parks liegt unmittelbar an der Stadtmauer und ermöglicht einen Spaziergang vom Graudenzer Tor am Dominikanerturm vorbei bis zur ul. Wodna. Durch einen Durchbruch in der Stadtmauer kann man einen Blick in die ul. Rycerska werfen. Unmittelbar an der Stadtmauer, die an dieser Stelle erst vor kurzem umfassend erneuert worden ist, wurden alle Büsche und Bäume entfernt, damit diese dem historischen Bauwerk keine neuen Schäden zufügen können.
Neue Promenade in Culm an der Weichsel - September 2005

Der mittlere Hauptweg führt bis zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einen herrlichen, wenn auch durch die wachsenden Bäume immer mehr eingeschränkten, Ausblick auf das Weichseltal und die Culm gegenüber liegende Stadt Schwetz genießt. Hier wurde vom Verschönerungs-Verein am 9. Juli 1892 ein heute nicht mit vorhandener Gedenkstein mit der Inschrift Bürgermeister Lauterbach schuf diese Anlagen 1834 aufgestellt. 1927 wurde er erneuert und nun mit der polnischen Inschrift – einer wortwörtlichen Übersetzung des ursprünglichen Textes – Park ten założył burmistrz Lauterbach w roku 1834 versehen. Ein weiterer Gedenkstein würdigte seit 1902 die Verdienste des 1900 verstorbenen Culmers Ludwig Schmidt, der sich mit großem Engagement der Pflege der Neuen Promenade gewidmet und dafür 1898 sogar die Ehrenbürgerschaft der Stadt Culm erhalten hatte. Auch dieser Gedenkstein ist nicht mehr erhalten.
In der Nähe des Aussichtspunkts befindet sich eine Stelle, die seit dem späten 19. Jahrhundert bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts für die Veranstaltung von Konzerten genutzt wurde.


Quelle:
Anna Soborska-Zielińska, Parki i ogrody Chełmna, Chełmno 1999, S. 14 ff (Nowe Planty)

[Erstveröffentlichung dieses Beitrags: 22.01.2008]