Mittelalterliche Siedlung

Die Mittelalterliche Siedlung, eine Freifläche zwischen der Dominikanerkirche und der Stadtmauer, hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Veranstaltungsort für sommerliche Events entwickelt. Auf der großen Rasenfläche im Nordosten der Altstadt, die wahrscheinlich mehrere Jahrhunderte lang den Garten des Dominikanerklosters bildete, wird unter anderem jedes Jahr am 1. Juni der Kindertag gefeiert.

Der Haupteingang liegt an der ul. Kościelna. Außerdem gibt es einen Zugang von der Neuen Promenade aus durch ein Tor in der Stadtmauer.

Tor in Stadtmauer von Chełmno / Culm - Durchgang zur Mittelalterlichen Siedlung

Stadtmauer

Stadtmauer in Culm / ChełmnoBis heute ist die die Altstadt von Culm an der Weichsel (Chełmno nad Wisłą) umschließende Wehrmauer mit einer Länge von ungefähr 2270 Metern fast vollständig erhalten geblieben. Die Wehrmauern aus Ziegelsteinen entstanden im 13. und 14. Jahrhundert an der Stelle ursprünglicher Holz- und Erdbefestigungen. Im Jahre 1563 wurden die bestehenden Mauern mit Erlaubnis des Königs Zygmunt August auf die heutige Höhe erweitert.

Eine Auswertung der vorhandenen Quellen aus der Neuzeit, die Marek G. Zieliński vorgenommen hat, zeigt, dass die Stadt regelmäßig erhebliche Mittel aufwenden musste, um die Stadtmauer in einem vertretbaren Zustand zu erhalten. Oft drohte sie einzustürzen, so wie es 1650 an der Sankt-Martins-Kapelle geschah. Fünfzehn Jahre zuvor war der Verbrauch von 12000 Ziegeln für die Reparatur der Wehrmauern vermerkt worden. 1670 stellte man in der Nähe des Graudenzer Tores fest, dass die Stadtmauer instabil geworden war. Notdürftig ließ die Stadt hölzerne Stützen anfertigen, bis die Gelder für eine gründliche Sanierung beisammen waren. 1699 setzte man am Wassertor (Stadttor an der Wasserstraße – ul. Wodna) 21000 Ziegeln ein, weitere umfangreiche Arbeiten erfolgten beispielsweise in den Jahren 1726, 1733 und 1742.

Einen ähnlichen Aufwand erforderten die sieben mittelalterlichen Stadttore sowie die rund 30 Basteien und Türme, von denen heute noch 23 teilweise oder vollständig erhalten sind. Auch aus Kostengründen mauerte man im Laufe der Jahrhunderte die weniger wichtigen Stadttore zu, so dass im frühen 18. Jahrhundert nur noch drei tatsächlich genutzt werden konnten. Zwischen 1860 und 1866 brach man die meisten Stadttore ab. Gleiches galt für zwei verhältnismäßig kurze Mauerabschnitte, nämlich zwischen der ul. Rybacka und ul. Rynkowa (also an der Alten Promenade) sowie zwischen dem Graudenzer Tor und der ul. 22 Stycznia.

Auch in jüngster Zeit waren immer wieder umfangreiche und teure Baumaßnahmen an vielen Abschnitten der Wehrmauer erforderlich, um sie für die Nachwelt zu erhalten. Solche Maßnahmen bilden auch ein wichtiges Element der noch bis 2014 laufenden planmäßigen Sanierung historischer Bauwerke in der Altstadt. Deshalb ist es möglich, dass Touristen bei ihrem Spaziergang entlang der Stadtmauer auf Absperrungen treffen.

Stadtmauer in der Neuen Promenade in Culm / Chełmno - 31. Mai 2008

Wer sich von der Mächtigkeit der Stadtmauer beeindrucken lassen möchte, der sollte den Fußweg unmittelbar an der Wehrmauer wählen, der die Parkanlage Neue Promenade mit der ul. Wodna (Wasserstraße) verbindet.

Blick auf die Ostseite des Jungfrauenturms und ein Stück der Stadtmauer in Culm / Chelmno - 28. September 2008

Blick auf die Ostwand des Jungfrauenturms und die Stadtmauer in der Nähe des Spielplatzes an der al. 3 Maja.

Stadtmauer in Culm (Chełmno) im Bereich des ehemaligen Thorner Tores am 6. Dezember 2008

An dieser Stelle stand früher das Thorner Tor. Hinter dem Baum erkennt man die nach dem Abbruch dieses Stadttors im 19. Jahrhundert entstandene Durchfahrt durch die mittelalterliche Wehrmauer. Die ul. Toruńska (Thorner Straße) bildete damals die wichtigste Verbindung Richtung Süden.

Jungfrauenturm

Der Jungfrauenturm an der ul. 3 Maja ist ein Teil der Stadtbefestigung, der teilweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts rekonstruiert wurde.

Nach seiner Instandsetzung in den Jahren 1986-1988 wurde er für Ausstellungs- und Lagerzwecke des Museums des Culmer Landes verwendet.

Seit 1999 ist die Bastei Sitz der „Culmer Ritterschaft“, eines Vereins, der sich mit der mittelalterlichen Geschichte Culms und besonders mit der Tradition und Kultur der Ritter in dieser Epoche befasst. Die „Culmer Ritterschaft“ beteiligt sich an Wettbewerben und Schaukämpfen, in denen mittelalterliche Schlachten nachgestellt werden. Mit Hilfe des Museums hat die „Culmer Ritterschaft“ den Jungfrauenturm renoviert und ihn für Besucher geöffnet, die dort Nachbildungen von mittelalterlichen Waffen und Fahnen bewundern können.

Blick auf die Ostseite des Jungfrauenturms und ein Stück der Stadtmauer in Culm / Chelmno - 28. September 2008

Pulverturm

Der mit einer Seite an den katholischen Friedhof grenzende Pulverturm war Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Der Turm wurde im 13. und 14. Jahrhundert errichtet und besaß zunächst nur drei Wände, war also zur Stadt hin geöffnet. Im 15. Jahrhundert wurde auch die vierte Wand geschaffen. Das Bauwerk diente als Waffenlager, zur Pulverherstellung und natürlich auch zu Verteidigungszwecken. Später wurde der Pulverturm jedoch vernachlässigt und drohte zu verfallen.

Nach Restaurierungs- und Umbauarbeiten wurde der Turm ab 1977 mehrere Jahre lang als Ausweichquartier für das Regionalmuseum genutzt, den Vorgänger des 1983 gegründeten Museums des Culmer Landes (Muzeum Ziemi Chełmińskiej), das seinen Hauptsitz im historischen Rathaus auf dem Markt hat. Seit 1983 sind im Pulverturm die der Frühgeschichte der Stadt gewidmete archäologische Abteilung des Museums sowie eine bescheidene ethnographische Ausstellung untergebracht.

Nach Angaben des Museums des Culmer Landes kann der Pulverturm 2012 von Juni bis Ende September samstags von 10.30 bis 13.00 Uhr sowie im Juli und August freitags von 10.30 bis 13.00 Uhr besichtigt werden.